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A - ADI bis Ätzend

A - ADI bis Ätzend

Begriffe aus Schädlingsbekämpfung Bezeichnung

Beschreibung

ADI = acceptable daily intake

ADI = acceptable daily intake bzw. DTA= duldbare tägliche Aufnahme , ist die Menge (in mg Wirkstoff/kg Körpergewicht) einer chemischen Substanz (z.B. Pestizid-Wirkstoff) zu verstehen, die von einem Menschen täglich während des gesamten Lebens aufgenommen werden kann, ohne dass nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand für das Individuum bzw. seine Nachkommen ein gesundheitlicher Schaden zu erwarten ist. ADI-Werte werden von Experten-Gruppen der WHO und FAO festgesetzt. Für Wirkstoffe, für die noch keine ADI-Werte vorliegen bzw. neue Erkenntnisse zur Änderung von Werten vorliegen, werden vom Bundesinstitut für gesundheit

Abfallentsorgung

Abfälle können aufbereitet, abgelagert, verwertet oder verbrannt werden, wobei hier die Mengen und die giftigen Inhaltsstoffe des Mülls problematisch sind. Am meisten wird Abfall auf Mülldeponien abgelagert; es folgen Müllverbrennung, Verklappung und Kompostierung.

Abfallstoffe

Abfallstoffe sind Rückstände, Nebenprodukte oder Altstoffe, die bei der Produktion, der Konsumption und der Energiegewinnung entstehen. Es werden unterschieden Siedlungsabfälle (Hausmüll, Gartenabfälle), Gewerbe- und Industrieabfälle (Verpackungsmaterial, Reste von Verarbeitungsmaterial, Schlacke, Bauschutt), landwirtschaftliche Abfälle (Gülle, Tierkadaver) und Sonderabfälle (giftige Chemikalien).

Acetylcholinesterase (AChE)

Acetylcholinesterase (AChE) ist ein Enzym, das die Spaltung des körpereigenen Erregungsüberträgerstoffes (Neurotransmitter) Acetylcholin in Cholin und Acetat katalysiert. Durch Organophosphat-Pestizide wird die Aktivität der Acetylcholinesterase irreversibel und durch Carbamat-Pestizide reversibel gehemmt und dadurch die notwendige Spaltung verhindert. Deshalb gilt die AChE-Aktivität als wichtiger diagnostischer Parameter bei Organophosphat-und CarbamatIntoxikationen im Anfangsstadium. Die volle individuelle Aktivität erreicht AChE wieder nach 3 Monaten. Wiederholte Aufnahmen kleiner Mengen von Organophosphaten haben nur geringe Aktivitätsänderungen zur Folge und Vergiftungssymptome werden kaum beobachtet. Die Hemmung der AChE durch Carbamate dauert nur wenige Tage. Nur unmittelbar nach Intoxikationen können deshalb durch Carbamataufnahme erkennbare Aktivitätsrückgänge festgestellt werden.

Acetylcholinesterase-Hemmung

Acetylcholinesterase-Hemmung bedeutet eine Ansammlung des Überträgerstoffes Acetylcholin im peripheren und zentralen Nervensystem. Organophosphat-VergiftungsSymptome: Bei akuten Intoxikationen treten Sehstörungen, gerötete Augen, vermehrter Tränen-, Schweiß- und Speichenfluss, Herz-Kreislaufstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Urinabgang, Zittern, Krämpfe, Erregung, Verwirrung, Benommenheit, Koma, Krampfanfälle sowie Atem-und Kreislaufdepressionen auf. Die chronischen Vergiftungen durch Organophosphate zeigen die gleichen Symptome in abgeschwächter Form. Carbamat-Intoxikationen: Der Verlauf der Intoxikationen ist im Vergleich mit den Organophosphaten weniger schwer. Als Symptome werden Augenrötungen, Sehstörungen, Tränen-und Speichelfluss, HerzKreislaufstörungen, Brochialsekretion, Übelkeit, Erbrechen, Stuhlgang, Urinabgang, Muskelzuckungen, Bewusstseinsstörungen, Koma, Atemdepressionen und Atemlähmungen festgestellt.

Agar-Agar

Geliermittel Agar-Agar findet Verwendung für Nährböden in der Mikrobiologie und als Verdickungsmittel in der Lebensmittelindustrie. Es ist ein Mischpolysaccharid und stammt aus den Zellwand-Schleimstoffen verschiedener asiatischer Meeresalgen. Zu etwa 70 Prozent besteht Agar-Agar aus dem gelierenden Inhaltsstoff Agarose und dem nicht gelierenden Agaropektin.

Agrobacterium tumefaciens

Agrobacterium tumefaciens Bodenbakterium, welches von Natur aus die Fähigkeit besitzt, Teile seines Erbmaterials auf Pflanzenzellen zu übertragen; wird deswegen in der Gentechnik als „Werkzeug“ verwendet.

Akutwirkung

Akutwirkung ist die Sofortwirkung, z.B. die Giftstoffwirkung im Körper gleich nach der Aufnahme mit zum Teil heftigen Reaktionen.

Algizide

Algizide sind chemische Mittel (Pestizide) zur Vernichtung von Algen insbesondere an feuchten Wänden und Glasscheiben. Algizid-Präparate mit dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid sind Dimanin A, Dimanin Steinrein und Dimanin Spezial.

Allergien

Allergien sind Überreaktionen unseres Immunsystem auf körperfremde Stoffe. Neben den echten immunologisch bedingten Allergien, treten des öfteren sogenannte Pseudo-Allergien auf, welche durch Zusatzstoffe in Nahrung oder Umweltchemikalien verursacht werden können.

Alphacypermethrin

Alphacypermethrin ist ein PyrethroidWirkstoff, der in Insektizid-Präparaten angewendet wird. Der Wirkstoff gilt auf Grund seiner Toxizität (LD50 oral, Ratte =64mg/ kg) als giftig. Als AlphacypermethrinHandelsprodukte sind bekannt Fendona, Tenopa und Fastac SC. Alphacypermethrin -Kontakt verursacht veränderte Hautempfindungen, die sich in Taubheit, Kribbeln und Schmerzen äußern und allgemein nicht länger als 24 Stunden andauern.

Altlasten

Altlasten ist ein Sammelbegriff für ehemalige Deponien, Grubenverfüllungen, Aufschüttungen, und sonstige Auffüllungen. Auch oberflächige Bodenschichten ehemaliger Industriebetriebe und grundwasserführende Bodenschichten, die durch Ablagerung umweltgefährdender Abfallstoffe, industrielle Produktionsrückstände u.a. aus der Zeit ungeordneter Abfallbeseitigung sowie Rückstände aus den beiden Weltkriegen mit unbekannten Mengen von Schad-oder Giftstoffen versetzt sind, werden als Altlasten bezeichnet. Inzwischen verbotene in Bauten noch vorhandene Baustoffe (Asbest) und Konservierungsstoffe sind ebenfalls Altlasten. Sie alle sind Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Besonders im Holz, das mit Holzschutzmitteln behandelt wurde, befinden sich als Altlasten zum Teil verbotene Wirkstoffe wie DDT, Pentachlorphenol und Lindan. Im Wohnbereich können sie aus Wänden und Dachbalken langsam in die Raumluft ausgasen. Probleme ergeben sich in der Beseitigung dieser Altlasten.

Altlastensanierung

Altlasten sind Altablagerungen in alten Deponien, wilden Müllkippen oder verseuchten Bodenflächen. Altlastensanierung erfolgt je nach Bodenbeschaffenheit des Gebietes vor Ort oder an anderer Stelle und zwar durch biologische (Mikroorganismen), chemisch physikalische (Bodenwaschung) oder thermische Verfahren (Wirbelschichtverbrennung).

Aluminiumphosphid

Aluminiumphosphid ist eine Aluminium-Phosphorverbindung der Formel AIP. Das Aliminiumphosphid ist ein Begasungsmittel, das als Insektizid und Rodentizid zur Anwendung kommt. Durch den Zusatz von Wasser wird der eigentliche Wirkstoff, der Phosphorwasserstoff (PH) freigesetzt. Die Toxizität ist sehr giftig (LD50 oral, Rat te = 8,7 mg/kg). Handelspräparate sind Delicia Gastoxin, Detia Beutetrolle, Detia Gas-Ex-B und Detia Wühlmauskiller. Aluminiumphosphid-Intoxikationen äußern sich in Müdigkeit, Ohrensausen, Übelkeit, Angstgefühl, Gleichgewichtsstörungen, Kältegefühl, Schwitzen, Bewußtseinstrübung, Schwindel, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Atem- und Herzstillstand.

Ameisenbekämpfung

Ameisenbekämpfung ist die Reduzierung bzw. Tötung von Ameisenpopulationen in Gebäuden und im Freiland. Besonders schädlich sind die Pharaoameisen.

Ameisenbekämpfungsmittel

Ameisenbekämpfungsmittel sind spezifische Insektizide, die zur Tötung von Ameisen angewendet werden. So kommen zur Anwendung Permanent Fliegen- und Ameisenköder, Ameisenmittel-forte-Dow, Ameisenmittel Hortex, Ameisen-Ex, Ameisen-Ex Granulat, Ameisenpuder, Compo Ameisen-frei, Compo Ameisen Spray, Globol Ameisenköder, Maxforce Pharao-Ameisenköder, Parat Ameisen Spray, Ameisenspray Spiess-Urania, Ameisen-Streu- und Gießmittel, Ameisenmittel, Blattanex Ameisenköderdose, Blattanex Ameisenspray, Loxiran Ameisen-Fallen.

Ameisensäure

Ameisensäure ist chemisch die einfachste organische Säure mit der Formel HCOOH. Sie ist eine farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch und wirkt ätzend. Tritt in den Brennhaaren der Brennessel und Drüsen der Ameisen und Prozessionsspinnenraupen auf. Ameisensäure wird als Konservierungs-und Desinfektionsmittel sowie in der Färberei und Gerberei verwendet.

Amitraz

Amitraz ist chemisch ein Triazapentidien -Wirkstoff, der in Akariziden und Insektiziden zu Anwendung kommt. Auf Grund seiner Toxizität (LD50, oral Ratte = 700 mg/kg) ist Amitraz als gesundheitsschädlich eingestuft. Nach Einwirkung auf die Haut können Hautrötung, gelegentlich Hautausschläge, vereinzelt Übelkeit, Kopfschmerzen und Bindehautentzündung auftreten. Bei oraler Aufnahme werden Schläfrigkeit bis zum tiefen Koma beobachtet. Auch Atemdepressionen und Herzrhythmusstörungen sind mögliche Symptome.

Ammoniak

Ammoniak ist ein farbloses, giftiges Gas (Formel NH3) mit stechendem Geruch und Reizwirkung auf die Haut, Augen und Atmungsorgane. Es ist leicht in Wasser löslich, dabei bildet sich Ammoniumhydroxid (Salmiakgeist). Verwendet wird Ammoniak als Düngermittel, Ausgangstoff für verschiedene Ammoniumverbindungen, Stickstoffverbindungen und als Kühlmittel.

Ampicillin-Resistenz

Ampicillin-Resistenz Widerstandsfähigkeit gegen das Antibiotikum Ampicillin Das ampR-Gen kommt natürlicherweise in verschiedenen Mikroorganismen vor. Es sorgt für die Bildung eines bestimmten Enzyms (beta-Lactamase), welches das Antibiotikum Ampicillin - ein halbsynthetisches Penicillin - neutralisiert. Das ampR-Gen wird als Markergen zur Identifizierung transformierter Pflanzen oder Mikroorganismen verwendet. In der Humanmedizin wird Ampicillin bei bestimmten Infektionen verordnet. Allerdings sind inzwischen viele Erreger gegen Ampicillin resistent.

Amylose, Amylopektin (Stärke)

Amylose, Amylopektin (Stärke) verschiedene Stärketypen In den Stärkekörnern der Pflanzen liegt die Stärke in zwei unterschiedlichen Varianten vor: Amylose (20-30%) und Amylopektin (70-80%) – mit jeweils unterschiedlichen Eigenschaften: - Amylopektin, der Hauptbestandteil in den Stärkekörnern, besteht aus großen, stark verzweigten Molekülen. - Amylose hingegen liegt in langen, kettenförmigen Molekülen vor. Interessant für eine technische Nutzung der Stärke in der Lebensmittel-, Papier- und chemischen Industrie ist in erster Line Amylopektin mit den für Stärke charakteristischen Eigenschaften wie Wasserbindefähigkeit oder -löslichkeit. Amylopektin-Stärke eignet sich etwa für Kleister, Kleb – und Schmierstoffe. Auch Stärkezutaten in Lebensmitteln nutzen die Eigenschaften von Amylopektin. Derzeit werden die beiden Stärketypen mit chemischen, physikalischen oder enzymatischen Verfahren getrennt oder ihre Eigenschaften modifiziert.

Anthrachinon

Anthrachinon ist chemisch ein Chinon. Es wird als Vogelrepellent (Abschreckstoff) verwendet. Auf Grund seiner sehr niedrigen Toxizität (LD50 oral, Ratte = 5000 mg/ kg) erfolgt keine Einstufung als Gift. Vergiftungssymptome durch Anthrachinon sind nicht beschrieben worden.

Antibiotikaresistenz-Gen

Antibiotikaresistenz-Gen Gen, das eine Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika vermittelt; wird als Markergen verwendet. Verschiedene Mikroorganismen besitzen Gene, die ihnen eine Resistenz gegen die natürlicherweise von Schimmelpilzen gebildeten Antibiotika verleihen. Diese Gene werden in der Gentechnik verwendet, um transformierte Pflanzen oder Mikroorganismen zu "markieren". Es sind verschiedene Gene bekannt, die eine Resistenz gegen jeweils bestimmte Antibiotika verleihen. Besonders häufig wird das nptII-Gen verwendet, welches das Antibiotikum Kanamycin "neutralisiert".

Antidot

Antidot ist ein Gegengift, das als gebrauchsfertiges pharmazeutisches Spezialpräparat z.B. bei Pestizidvergiftungen (z.B. Insektizidvergiftungen) verabreicht wird. Es ist eine Substanz, die ein Gift direkt durch chemische oder physikalische Reaktionen inaktiviert bzw. die Wirkung des Giftes im Körper herabsetzt oder aufhebt.

Antifoulingsmittel

Antifoulingsmittel sind chemische Stoffe, die Ablagerungen von Feststoffen auf Unterlagen verhindern. Verwendet werden u.a. Antifoulingfarben als Schiffbodenanstrich, die am Schiffsrumpf den tierischen und pflanzlichen Bewuchs verhindern. Sie enthalten u.a. neben Teer und Bitumen bestimmte Verbindungen, die für Algen, Pilze und Muscheln giftig sind.

Anwenderschutz

Anwenderschutz umfasst Maßnahmen zum Schutz der Pestizidanwender insbesondere vor giftigen Wirkstoffen d Schädlingsbekämpfungsmittel. Der Unternehmer trägt die Verantwortung für die Einhaltung des Arbeitsschutzes seiner Arbeitnehmer.

Applikation

Applikation ist die Ausbringung (Anwendung) von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel mit Hilfe verschiedener Ausbringungsgeräte und Applikationsverfahren.

Applikationsgeräte

Applikationsgeräte sind Geräte und Einrichtungen, die zum Ausbringen von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln bestimmt sind. Sie müssen so beschaffen sein, dass eine bestimmungsgemäße und sachgerechte Verwendung zur Applikation ohne schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und den Naturhaushalt erfolgen kann. In Deutschland sind nur TÜV-geprüfte Applikationsgeräte zugelassen.

Applikationsverfahren

Applikationsverfahren sind mögliche Verfahren zur Anwendung (Ausbringung) von Pestiziden mit verschiedenen Ausbringungsgeräten. Dabei werden unterschieden: Stäuben, Spritzen, Sprühen, Nebeln, Streuen, Gießen, Streichen, Pinseln, Beizen, Pudern, Inkrustieren und Begasen.

Applikator

Applikator ist eine normalerweise fach- und sachkundige Person (z.B. Schädlingsbekämpfer), die Pestizide ausbringt (appliziert).

Arabidopsis

Arabidopsis auch: Ackerschmalwand Modellpflanze der Genetiker Arabidopsis spielt für Pflanzenbiologen eine ähnliche Rolle wie die Maus für die Säugetierforschung. Arabidopsis ist ein unscheinbares Kohlgewächs (Brassicaceae) und z.B. verwandt mit Raps, Kresse, Blumenkohl, Broccoli und Chinakohl. Das Arabidopsis-Genom ist eines der kleinsten bekannten Pflanzengenome und setzt sich aus nur fünf Chromosomen zusammen mit rund 25000 Genen. Damit ist das Arabidopsis-Genom im Vergleich zu anderen Pflanzen und Nutzpflanzen ein Winzling.

Arbeitsbedingte Erkrankungen

Arbeitsbedingte Erkrankungen sind weder auf spezifische Einwirkungen noch auf bestimmte Personen begrenzt. Sie zählen daher nicht zu den Versicherungsfällen der Gesetzlichen Unfallversicherung. Zu den arbeitsbedingten Gesundheitsstörungen werden vor allem die Erkrankungen gerechnet, die zum vorzeitigem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben (Berufs- und Erwerbsunfähigkeit) führen. Hauptsächlich sind es chronische Erkrankungen des Herz Kreislaufsystems, des Stütz und Bewegungssystems, der Atmungsorgane sowie bösartige Neubildungen.

Arbeitschutz-Rechtsgrundlagen

Arbeitschutz-Rechtsgrundlagen. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ist ein verfassungsgemäß garantiertes Grundrecht. Die einzelnen Schutzziele werden in Gesetzen und Rechtsverordnungen formuliert und in die Verantwortung für die Durchführung und Ausgestaltung auf bestimmte Organe und Personen übertragen. Der Arbeitsschutz wird von drei Institutionen getragen, das sind der staatliche Arbeitsschutz, der öffentlich-rechtliche Arbeitsschutz und der betriebliche Arbeitsschutz.

Arbeitshygiene

Arbeitshygiene im engeren Sinne beinhaltet als Begriff die Veränderung der Arbeitsumwelt (siehe Arbeitsstättenverordnung). Arbeitshygienische Grenzwerte sind MAK-, TRK-, BAT- und EKA- Werte.

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen werden durchgeführt, um beruflich bedingte Schäden zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen (sekundäre Prävention) und um die Effektivität vorbeugender Maßnahmen zu ermitteln. Bei Beschäftigten, die bestimmten, in der Unfallverhütungsvorschrift (UVV) bezeichneten chemischen, physikalischen oder biologischen Einwirkungen ausgesetzt sind, oder bestimmte Tätigkeiten ausüben, die für sie selbst oder für Dritte gefährlich sein können, sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Es werden unterschieden Erstuntersuchungen, Nachuntersuchungen und nachgehende Untersuchungen. Der Unternehmer (Arbeitgeber) hat für die fristgerechte Untersuchung der Arbeitnehmer beim ermächtigten Arzt zu sorgen und die Kosten dafür zu tragen.

Arbeitsmittel

Arbeitsmittel sind Geräte mit denen die Arbeitnehmer/Beschäftigten ihre spezifischen Arbeiten durchführen. Technische Arbeitsmittel müssen den sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen und dürfen Leben, Gesundheit oder Rechtsgüter der Benutzer oder Dritter bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht gefährden.

Arbeitsplatzkennzeichnung

Arbeitsplatzkennzeichnung weisen insbesondere solche Arbeitsplätze auf, an denen durch Gefahrstoffe, Strahlungen oder biologische Einwirkungen Gefährdungen eintreten können.

Arbeitsplatzkonzentration

Arbeitsplatzkonzentration ist die Belastung der Luft am Arbeitsplatz durch verschiedene Schadstoffe z.B. durch Pestizide, die jeweils in einer bestimmten Konzentration (z.B. mg/m3) auftreten.

Arbeitsschutz

Arbeitsschutz umfasst ein umfassendes Konzept zum Schutz der Arbeitnehmer (und unbeteiligter Dritter) vor gesundheitsgefährdenden Belastungen am Arbeitsplatz. Diese resultieren aus der Tätigkeit an sich oder aus biologischen, chemischen und physikalischen Einwirkungen. Dazu zählen Schutz vor gefährlichen Stoffen (u.a. Pestizide), vor Maschinengefahren, vor unzureichenden Arbeitsplätzen und der Schutz gefährdeter Personengruppen (Jugendliche, Schwangere). Der Arbeitgeber (Unternehmer) trägt die Verantwortung für die Durchführung des Arbeitsschutzes. Er muß die Arbeitnehmer zum sicherheitsgerechten Verhalten veranlassen und sie entsprechend belehren.

Arbeitsschutzanzug

Arbeitsschutzanzug er dient dem Schutz des Beschäftigten am Arbeitsplatz vor chemischen (toxischen, ätzenden, über die Haut resorbierbaren Stoffe), physikalischen (Strahlungen) und mechanischen Einwirkungen. Der Aspekt der Bequemlichkeit tritt bei der speziellen Arbeitsschutzbekleidung in den Hintergrund.

Arbeitsschutzhandschuhe

Arbeitsschutzhandschuhe dienen dem Schutz der Hände vor beruflichem Kontakt mit Chemikalien, mechanischen Einwirkungen und Krankheitserregern.

Arbeitsschutzmaßnahmen

Arbeitsschutzmaßnahmen werden mit dem Ziel der Harmonisierung zwischen Mensch und Arbeit vorgenommen, um dadurch das Risiko einer Gesundheitsschädigung zu reduzieren. Die Harmonisierung wird technisch durch die Anpassung der Arbeit an den Menschen (Vermeidung schädlicher Einwirkungen) und medizinisch durch die Anpassung des Menschen an die Arbeit (Ausbildung und Training, Auswahl geeigneter Personen) erreicht.

Arbeitssicherheitsgesetz

(ASiG) regelt den innerbetrieblichen Arbeitsschutz. Es verpflichtet die Arbeitgeber Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen und alle in diesem Zusammenhang anfallenden Kosten zu tragen. Die Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben mit dem Betriebrat zusammenzuarbeiten.

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) beinhaltet Vorschriften zur sicherheitsgerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen und Betriebsanlagen. Sie enthält u.a. Vorschriften über Betriebs-, Sanitär- und Pausenräume, Verhalten bei gefährlichen Arbeiten, Maßnahmen gegen Brände und Explosionen und Gefahren durch gesundheitsgefährdende Stoffe. Die ArbStättV entspricht in weiten Teilen der Unfallverhütungsvorschrift „Allgemeine Vorschriften".

Arbeitsunfall

Arbeitsunfall ist ein unerwartetes und plötzlich von außen eintretendes Ereignis, das innerhalb kurzer Zeit zur Gesundheitsschädigung führt. Der Arbeitunfall ist ursächlich mit der versicherten Tätigkeit verknüpft und zeitlich auf maximal eine Arbeitschicht begrenzt. Er ereignet sich bei der Ausübung der Erwerbstätigkeit. Der Wegeunfall dagegen ereignet sich auf dem direkten Weg zwischen Arbeitsstelle und Wohnung des versicherten Arbeitnehmers.

Arthropoden

Arthropoden, auch: Gliederfüßer Zu den Arthropoden zählen Spinnentiere, Krebstiere, Tausendfüßler sowie die Insekten, deren größte Gruppe die Käfer sind. Mit etwa einer Million beschriebenen und neun Millionen geschätzten Arten sind die Arthropoden der bei weitem erfolgreichste Tierstamm. Die Hauptgründe hierfür sind: 1.das widerstandsfähige Exo- (Außen)skelett, das im wesentlichen aus Chitin besteht. Es bietet guten Schutz, weil es sehr fest und z.B. wasserundurchlässig ist. Allerdings müssen die Gliederfüßer sich deshalb bei jedem Wachstumsschub häuten, d.h. das gesamte Außenskelett abwerfen. 2. die hohe Flexibilität des Grundbauplans dieser Tiere. Der Körper ist in Segmente aufgeteilt, die Extremitäten bestehen aus gelenkig miteinander verbundenen Gliedern (Arthropodien), die für bestimmte Funktionen, etwa Nahrungsaufnahme, Sinneswahrnehmung, Verteidigung variiert und spezialisiert worden sind.

Arthropoden, auch: Gliederfüßer

Arthropoden, auch: Gliederfüßer Zu den Arthropoden zählen Spinnentiere, Krebstiere, Tausendfüßler sowie die Insekten, deren größte Gruppe die Käfer sind. Mit etwa einer Million beschriebenen und neun Millionen geschätzten Arten sind die Arthropoden der bei weitem erfolgreichste Tierstamm. Die Hauptgründe hierfür sind: das widerstandsfähige Exo- (Außen)skelett, das im wesentlichen aus Chitin besteht. Es bietet guten Schutz, weil es sehr fest und z.B. wasserundurchlässig ist. Allerdings müssen die Gliederfüßer sich deshalb bei jedem Wachstumsschub häuten, d.h. das gesamte Außenskelett abwerfen. die hohe Flexibilität des Grundbauplans dieser Tiere. Der Körper ist in Segmente aufgeteilt, die Extremitäten bestehen aus gelenkig miteinander verbundenen Gliedern (Arthropodien), die für bestimmte Funktionen, etwa Nahrungsaufnahme, Sinneswahrnehmung, Verteidigung variiert und spezialisiert worden sind.

Asbest

Asbest ist ein Sammelbegriff für faserförmig kristallisierte Silikate. Diese Minerale sind be-sonders elastisch, mechanisch stabil, hitze- meistens säurebeständig und nicht brennbar. Gefährdungen sind besonders bei der Asbestaufbereitung, Verarbeitung und Entsorgung (Entfernen aus Bauten) möglich. Es kann zu Asbeststaublungenerkrankungen (Asbestose) kommen.

Asbetose

ist eine Lungenerkrankung, die durch die Einlagerung von Asbestfasern in das Lungengewebe entsteht. Sie ist eine entschädigungspflichtige Berufskrankheit.

Atemgifte

Atemgifte sind Substanzen mit Hemmeffekt auf die Atmung. Ferner sind es Stoffe, die über die Atmung giftige Wirkungen im Organismus entfalten (Kohlenmonoxid, Blausäure) oder ätzend auf die Lungenbläschen wirken und dadurch zum toxischen Lungenödem führen (Stickoxide, Schwefeldioxid, Chlor).

Atemschutz

Atemschutz dient durch verschiedene Schutzmaßnahmen dem Schutz der Atmungsorgane z.B. beim Ausbringen von Schädlingsbekämpfungsmitteln. In den Anwendervorschriften für die einzelnen Schädlingsbekämpfungsmittel ist vermerkt, ob wegen der Wirkung der Schädlingsbekämpfungsmittel auf die Atmungsorgane Atemschutz getragen werden muß oder darauf verzichtet werden kann.

Atemschutzgeräte

Atemschutzgeräte haben die Aufgabe, die einzuatmende Luft von gesundheits gefährdenden Stoffen (z.B. Pestiziden) zu befreien oder die Atemschutzgeräteträger unabhängig von der Beschaffenheit der umgebenden Luft mit Sauerstoff zu versorgen. Die Gefahrstoffverordnung enthält eindeutige Bestimmungen zum Tragen von Atemschutzgeräten. Darin heißt es: „Atemschutzgeräte sind dann zu tragen, wenn mit dem Einatmen giftiger oder gesundheitsschädigender Stoffe in irgendeiner Form gerechnet werden muß, auf jeden Fall dann, wenn die Gebrauchsanleitung es fordert."

Atemschutzmasken

Atemschutzmasken sind personengebundene Atemschutzgeräte, die den Zweck erfüllen, das Einatmen giftiger und gesundheitsschädigender Stoffe (z.B.Pestizide) verhindern. Man unterscheidet Voll-, Halbmasken, filtrierende Halbmasken, Viertelmasken und Mundmasken (Staubschutzmasken). Spezifisch im Gebrauch sind Atemschutzhauben, Atemschutzhelme und Atemschutzanzüge. Für Träger von Atemschutzmasken (Filtergeräte) sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 26 „Atemschutzgeräte" erforderlich.

Atemschutzmaskenfilter

Atemschutzmaskenfilter in Atemschutzmasken müssen für den spezifischen Anwendungszweck geeignet sein. Dabei ist zu beachten, ob Gas- oder Partikelfilter bzw. Kombinationsfilter z.B. bei Schädlingsbekämpfungsmittelausbringungen entsprechend den Anwendervorschriften getragen werden müssen. Die Kenndaten (Wirkungsdauer, Tragedauer und Lagerungsdauer) der Maskenfilter müssen unbedingt eingehalten werden.

Aufbewahrung

Aufbewahrung von Chemikalien (Schädlingsbekämpfungsmittel) hat entsprechend den Festlegungen der Gefahrstoffverordnung gesondert von anderen Stoffen und gesichert zu erfolgen. Das betrifft die vorwiegend Beschaffenheit der Räume und der Aufbewahrungsschränke (Chemikalienschränke).

Aufnahmewege für Gefahrstoffe

Aufnahmewege für Gefahrstoffe (u.a. Pestizide) in den menschlichen Körper sind die Atmungsorgane - inhalativ - (Einatmen Gase, Dämpfe, Stäube, Ae rosole), der Mund - oral - (Verschlucken Flüssigkeiten, Stäube) und die Haut - dermal - (Resorption Flüssigkeiten, Stäube)

Auftraggeber

Auftraggeber oder Kunde der Schädlingsbekämpfer ist eine juristische Person oder Einrichtung, die Aufträge zur Schädlingsbekämpfung in seinen Einrichtungen vergibt oder in Anspruch nimmt.

Augenreizungen

Augenreizungen werden durch Reizstoffe (z.B. Tränengas, Säuren) verursacht, die auch zur dauerhaften Schädigung der Augen führen können.

Augenschutz

Augenschutz ist die Anwendung verschiedener Verfahren und Mittel zum Schutz der Augen vor chemischen Stoffen (Stäube, Aerosole, Flüssigkeiten, Gase).

Augenschutzbrillen

Augenschutzbrillen verhindern entsprechend ihrer besonderen Konstruktion,, dass es beim Arbeiten mit Gefahrstoffen zu Augenschädigungen/Augenverletzungen kommt. Dabei sind die Schutzbrillen entsprechend den Anforderungen sehr unterschiedlich gestaltet Ein spezieller Schutz ist notwendig vor chemischen Einwirkungen (Dämpfe, Nebel, Flüssigkeitsspritzern von Säuren, Laugen und Pestizidpräparaten), mechanische Einwirkungen (Splitter, Funkenflug) und Strahleneinwirkungen (grelles Licht, UV-Strahlen, Ultrarot, Laserstrahlen).

Ausbringungsverfahren

Ausbringungsverfahren umfassen die unterschiedlichen Methoden zur Applikation der Petizide in der Schädlingsbekämpfung und in der Landwirtschaft mit verschiedenen Ausbringungsgeräten. (Siehe Applikationsverfahren)

Auskreuzung

Auskreuzung Vererbung einer bestimmten Eigenschaft aus einer Individuengemeinschaft (Population, Kulturpflanzensorte) in eine andere. Die Auskreuzung, d.h. die Übertragung von Genen oder auch Transgenen, findet in der Regel durch die Übertragung von Pollen statt.

Auslöseschwelle

Auslöseschwelle ist die Konzentration eines Gefahrstoffes in der Luft am Arbeitsplatz oder im Körper, bei deren Überschreitung zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit erforderlich sind. Das gilt auch, wenn ein unmittelbarer Hautkontakt besteht.

Azamethiphos

Azamethiphos ist ein Organophosphat, das in Insektizid-Präparaten insbesondere zur Fliegenbekämpfung (Blattanex Fliegenköderbox, Permanent Stallspritzmittel) eingesetzt wird. Entsprechend seiner Toxizität (LD50 oral, Ratte = 1180 mg/kg) wird es als gesundheitsschädlich eingestuft. Als Organophosphat bewirkt es beim Menschen Symptome der Acetylcholinesterase-Hemmung.

Ätzend

Ätzend ist eine Eigenschaft von Gefahrstoffen, die insbesondere bei Kontakt die Haut zerstören aber auch Atmungsorgane entzünden und verätzen. Ätzende Eigenschaften haben insbesondere Säuren (Salzsäure, Schwefelsäure Salpetersäure), Laugen (Ätzkali KOH, Ätzkalk Ca(OH)2), Phenole und Gase. Diese werden auch als Ätzgifte bezeichnet.